ENDLICH! Die Stadt Geesthacht sucht tatsächlich einen Stadtplaner!

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Geesthacht21 wird gern bei Ansprache und Auswahl unterstützend tätig!


„Die denkmalgeschützte Mauer wird nicht angetastet!“

Wer soll das gesagt haben? Die Verantwortlichen haben jedenfalls momentan einen "differenzierteren" Stand der Dinge. Der Denkmalschutz schweigt!

Link zur Bergedorfer Zeitung

Geesthacht21 hatte dieses Thema bereits im Vorfeld aufgegriffen (Mail vom 04. Juni 2012): mailkontakt


Zeitrechnung

18 Jahre nach tonnscher Zeitrechnung (Ratsherr Rüdiger Tonn konnte sich in der Ratsversammlung vom 02.03.2012 erinnern, dass bereits seit 1994 über das Sanierungsprojekt gesprochen wird) oder 9 Jahre nach dem Bauer(n)kalender (für Ratsherrn Samuel Walter Bauer gab es 2003 noch keine valide Planung; er warf Ratsherrn Ali Demirhan Unredlichkeit vor, da dieser eine Reduktion des Elbstraßen-Sanierungsumfanges auf das damalige Kostengerüst forderte) sind die sogenannten "Planungen" für die Sanierung der Elbstraße immer noch ein laienhafter Flickenteppich:

Link zur Bergedorfer Zeitung
Bombenfest steht nur, dass die Anrainer zur Kasse gebeten werden!


Die Stunde der Redlichen

Bald rollen die Bagger - die Redlichen in der Ratsversammlung haben sich durchgesetzt. Auf das Geesthachter Modell von Redlichkeit dürfen wir alle stolz sein:

„Wir können die Anliegerbeteiligung nicht wegdiskutieren. Irgendwann betrifft das in der Stadt jeden Grundstückseigentümer.“

(FDP-Ratsherr Rüdiger Tonn wörtlich und redlich in der Ratsversammlung am 02.03.2012)

Erst eine Woche vorher hatte der Landtag in Kiel mit den Stimmen von CDU, FDP und SSW eine Gesetzesänderung verabschiedet, die den Kommunen zukünftig eine situative Entscheidung über die Erhebung von Ausbaubeiträgen ermöglicht. Diese drei Parteien haben damit der redlichen Handhabung "von Fall zu Fall" Tür und Tor geöffnet: Drucksache 17 2266 Drucksache 17 1600

In seinem anschließenden Redebeitrag verzichtete Samuel Walter Bauer (SPD) redlich auf den Hinweis, dass die SPD-Landtagsfraktion vergeblich versucht hatte, mit ihrer geschlossenen Ablehnung der Gesetzesänderung die Möglichkeit der Bedienung von Eigeninteressen zu verhindern.

Ebenso hielt es CDU-Ratsfrau Heide-Lucia Gloor in ihrer redlichen Argumentation nicht für notwendig, auf diesen Umstand hinzuweisen (die CDU-Landtagsfraktion hatte geschlossen für die Gesetzesänderung gestimmt).

Das Resultat von so viel stillschweigender Redlichkeit in der Ratsversammlung: Bald rollen die Bagger

Geesthacht21 hat in der Zwischenzeit den Fraktionsvorsitzenden der SPD in der Geesthachter Ratsversammlung Samuel Walter Bauer um das von ihm in der Diskussion angeführte Zahlenmaterial gebeten.
Klicken Sie hier.

Wir werden diese Aufstellung komplett und unredigiert an dieser Stelle veröffentlichen. Immerhin sind das die Zahlen, mit denen Samuel Walter Bauer die Ratsversammlung auf die bevorstehende Abstimmung eingeschworen hat. Sollten wir Abweichungen zu den in der RV mitgeschriebenen Zahlen feststellen müssen, werden wir das nicht nur hier thematisieren. Sollte sich herausstellen, dass das Zahlenwerk komplett oder in Teilen nicht der Realität entspricht, werden wir das Thema Redlichkeit öffentlich aufrollen.


Herr Bauer hat geantwortet!

Vollbremsung mit Schubumkehr und Wurfanker?

mailkontakt



Politiker schweigen

Treppenwitz: Geesthacht boxt sein Prestige-Objekt durch Link zum Artikel der Bergedorfer Zeitung

Sehr Lesenswert ist auch die Diskussion im Kommentarbereich. Link


Die IG Elbstraße

„Ein Bürger, der sich nicht in die politischen Geschicke seiner Stadt einmischt, ist kein ruhiger und friedlicher Bürger, er ist ein unnützer Bürger ...“

Perikles, „Gefallenenrede“, 431 v . Chr.

Aus einer ehrenwerten Pflicht des Bürgers sich an den Geschicken seiner Stadt zu beteiligen ist in der Geesthachter parlamentarischen Demokratie ein Almosen geworden. Es steht im Gutdünken von Politik und Verwaltung den Bürger zu beteiligen, oder eben auch nicht. In Geesthacht wird der Bürger nicht beteiligt. Er ist ein lästiger Störfaktor, den man mit Geheimausschüssen zu vermeiden sucht. Der Geheimausschuss( Hauptausschuss, ersatzweise Lenkungsausschuss) informiert den Bauausschuss über das gewünschte Ergebnis. Der Bauausschuss tagt dann öffentlich, hört sich müde die Argumente der Bürger an und entscheidet dann wie abgesprochen. Er wird somit zur Alibiveranstaltung. Man kann dies auch als demokratische Verwahrlosung bezeichnen.

Sich gegen diese Art von demokratischer Verwahrlosung zu wehren ist das Anliegen dieser Website. Wir wollen hier die Geschichte dieser skandalösen Planung dokumentieren, die Geldverschwendung, die Kulturerbevernichtung und die Rolle der Verantwortlichen. Wir hoffen auch auf Kommentare und Erfahrungsberichte von Bürgern anderer Straßen. Das „Sanieren“ zu Lasten von Bürgern und städtebaulicher Qualität wird sich ja wohl bis zu den nächsten Wahlen hinziehen.

Elbstraße

„Sanieren“ ist das falsche Wort für das was in Geesthacht passiert, denn „sanieren“ heißt „gesund machen“.

„Roter Platz“
„Rathausplatz“
„Platz vorm Schillertheater“
„Platz vorm Krüger’schen Haus“
„Investitionsruine Bergerdorfer 12“
„Boulevard Bergedorfer Süd“


sind diese Orte gesund gemacht worden? Mit wie viel Geld mussten hier verfehlte Planungen erst teuer bezahlt und dann teuer nachgebessert werden? Wie stimmig und ästhetisch gelungen sind die Ergebnisse?

Keine städtebauliche Kompetenz

Das Geesthachter Bauamt hat eingestandener Maßen keine städtebauliche Kompetenz. Dies ist politisch gewollt. Man will stattdessen „planerische Kompetenz“ einkaufen, „dies sei auf Dauer billiger“. Betrachtet man die Geschichte der „Sanierung“ in Geesthacht darf dies bezweifelt werden. Anhand der bisherigen Pannenserie muss auch bezweifelt werden, dass das Bauamt in der Lage ist die Qualität der „eingekauften Kompetenz“ zu beurteilen. Dies lässt auch für die Zukunft nichts Gutes erwarten. Es wird den Planungsbüros weiterhin leicht fallen, der Stadt so ziemlich alles „aufzuschwätzen“.

Die verabschiedete Beschlussvorlage für die Umgestaltung der Elbstraße ist von erstaunlicher Vagheit und Unverbindlichkeit. Die einzige Aussage über die voraussichtlichen Kosten der Maßnahme besteht in der Zahl 7,50 €. Das sind die Kosten die pro Quadratmeter Grundstücksgröße auf die Anlieger zukommen. Der Bürgermeister hat erstaunlicherweise öffentlich diese Zahl als verbindlich bezeichnet. Wie man auf Grund der Zahl „7,50“ verantwortlich über Verhältnismäßigkeit und Gerechtfertigkeit der Maßnahme entscheiden will, bleibt das Geheimnis der Politiker. Alle, bis auf die Grünen, haben diesem Unsinn zugestimmt. Dies zeigt, dass sie trotz der unendlichen Pannenserie grenzenloses Vertrauen in ihr Bauamt haben. Nun ist es aber nicht Aufgabe von Politikern grenzenloses Vertrauen zu ihrer Verwaltung zu haben, sondern diese zu kontrollieren. Ein solches Vertrauen macht aber wenig Arbeit. Das Vertrauen der Politiker und die gewollte Inkompetenz des Bauamtes führen de facto zu einer Carte blanche für das Planungsbüro. Dem natürlich nicht vorzuwerfen ist, dass es viel Geld verdienen will. In der Elbstraße wohl 160000.-€. Wohl aber, dass es mit unsinnigen und übertriebenen Planungen viel Geld verdienen will.

Elbstraße

Schnell Fördermittel loswerden

Die Detailplanung des Büros TGP wird übrigens nicht mehr öffentlich ausgelegt. Der Bauausschuss schaut auch nicht mehr drauf. Das Innenministerium, Abt. Städtebauförderung, auch nicht. Dies zeigt, dass es hier nicht um sinnvolle Gestaltung geht, sondern um Geldausgeben. Geesthacht muss endlich schnell Fördermittel loswerden. Schon einmal hat das Innenministerium Untätigkeitszinsen erhoben. Man hat viel Geld für umstrittene, nicht durchsetzbare, also schlechte Planungen für die Fußgängerzone ausgegeben. Irgendwas musste nun verwirklicht werden. Getroffen hat es die „Bergedorfer Süd“ und die Elbstraße. Schlechte Planungen wurden geheim „durchgepeitscht“, damit sich Bürgermeister, Politiker und Verwaltung etwas Luft im Sanierungsschlamassel verschaffen konnten. Die Zeche zahlen die Anlieger. Der Steuerzahler sowieso. Und die städtebauliche Qualität Geesthachts wird weiter vermurkst.

Das vorbereitende Gutachten gem. § 141 BauGB für die Beantragung von Städtebauförderungsmitteln stellt für die „Bergedorfer Süd“ einen Bedarf von 65000.- € fest, für die Elbstraße einen Bedarf von 50000.- €. Aus einem Bedarf von ehemals 115000.- € ist nun ein angeblicher Bedarf von mindestens 1,6 Millionen € geworden. Ein erstaunlicher „Bedarfsexzess“. Hier muss sich das Innenministerium fragen lassen, ob die Stadt freigegebene, zweckgebundene Mittel beliebig verwenden darf? Ob sie diese Mittel in nahezu bedarfsfreie Straßen schieben darf? Ob eine wirkliche Kontrolle der Verwendung von Städtebauförderungsmitteln eigentlich stattfindet? Bei der „Bergedorfer Süd“ und bei der Elbstraße hat man den Eindruck, das die Planungsbüros den Bedarf der Straßen, und damit die Höhe ihres Honorars, selbst bestimmen durften.

elbstraße

Geldvernichtung

Nun zur Verunstaltung der Elbstraße selbst. Der großzügige, stimmige Verlauf der alten Dorfstraße muss zerstört werden. Begründung: Verkehrsberuhigung! Eine ersichtlich lächerliche Begründung. Natursteinplasterstraßen beruhigen sich bekanntermaßen von selbst. Es geht nicht um Gestaltung, sondern um Geldvernichtung. Der üppige, ererbte Natursteinfluss soll auf 5,5 m reduziert werden. Neue, teure Bürgersteigausbeulungen entstehen. Die Straße, die einmal stolz zur Elbe strömte, wird zum traurigen, eingedämmten Bach.

Ein teurer Regenwasserkanal soll in die Straße gelegt werden. Begründung: Gefahr des Aquaplanings auf der Straße am Hafen. Eine weitere lächerliche Begründung. Das Natursteinpflaster der Elbstraße entwässert sich seit Menschengedenken selbst. Ein Wasserproblem am Ende der Straße ist noch nie beobachtet worden. Herr Trüper vom Büro TGP plant aber auf der Höhe des Kirchengeländes das Pflaster anzuheben. Er behauptet, durch Anhebung des Straßenpflasters auf einer Länge von etwa 25 Metern, würde etwas Platzähnliches entstehen. Wer so etwas behauptet, ist ziemlich dreist. Wer so etwas abnimmt, wie es Politik und Verwaltung getan haben, ist naiv oder sonst irgendwas. Durch die Anhebung des Pflasters entsteht an der Einmündung Kirchenstieg ein Damm. Hier wird sich Wasser stauen. Und dann braucht man einen teuren Regenwasserkanal. So schafft Herr Trüper sich erst ein teures, blödsinniges Problem und dann eine teure Lösung. Seinem Honorar schadet es zweifach nicht.

Unzulässige Einmischung

Tote, kleine Stückchen Schmutzwasserleitungen werden an verschiedenen Stellen in die Elbstraße gelegt. Begründung: Investition in die Zukunft. Eine Zukunft, in der diese „Wurmfortsätze“ gebraucht werden, ist nur schwer vorstellbar. Eine Gegenwart, in der Planer und Baufirmen von diesen toten Rohren profitieren, dagegen schon. Im Moment bemühen wir uns um die Stellungnahme eines Tiefbauingenieurs. Wohl wissend, dass die Stellungnahmen von Fachleuten (Prof. Machule, Herr Schlingemann) von unseren Verantwortlichen als unzulässige Einmischung betrachtet wird.

Das denkmalgeschützte Kirchenensemble von St.Salvatoris soll aufgebrochen und mit einer modernen Treppe versehen werden. Ursprüngliche Begründung: Blickachse zur Elbe. Leider stand und steht Dr. Hennebachs Haus in der Blickachse. Und will dort auch nicht weg. Neue Begründung des Bürgermeisters: „Die Treppe ist ein Wunsch der Stadt“. Eine Begründung ist das, nah besehen, nicht. Und vielleicht verwechselt hier jemand schon sich mit der Stadt. Prof. Machule und Herr Schlingemann haben beide inständig dafür plädiert, in das einmalige, historisch gewachsene Zusammenspiel von Fachwerkkirche, Natursteinmauer und Dorfstraße behutsam einzugreifen. Die Appelle sind ungehört verhallt. Politik, Verwaltung und Bürgermeister haben für viel Geld die Brechstange geordert.

Fazit

Die verabschiedete Planung hält keiner kritischen Betrachtung stand. Die Begründungen der Planung sind hanebüchen oder falsch.

„Aquaplaning“!
„Verkehrsberuhigung“!
„Kirchenstieg abgängig“!
„Investition in die Zukunft“!
„Wunsch der Stadt“!

Es ist unsäglich lächerlich! Die Argumente unabhängiger Fachleute sind ignoriert worden. Geldverschwendung soll historisch Gewachsenes verstümmeln. Als Bürger mit Selbstachtung kann man so etwas nicht hinnehmen. Die Plakate in der Straße und diese Website sollen noch lange den Verantwortlichen entgegengehalten werden. Und sich hoffentlich durch ständige Kommentare aktualisieren und fortpflanzen ...

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